"KoMoD": Testfeld zum automatisierten Fahren in Düsseldorf

In Düsseldorf kann demnächst "Automatisiertes Fahren" unter realen Bedingungen getestet werden. Die entsprechenden Fördermittel von mehr als 9 Millionen Euro wurden von Bundesverkehrsminister Dobrindt genehmigt.

Die Landeshauptstadt hat sich entsprechend der Förderbekanntmachung "Automatisiertes und vernetztes Fahren auf digitalen Testfeldern in Deutschland" des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) um Fördermittel für das Vorhaben "Kooperative Mobilität im digitalen Testfeld Düsseldorf (KoMoD)" beworben.

Oberbürgermeister Thomas Geisel: "Die Teststrecke passt wunderbar zu unserer Smart Mobility Initiative, die wir im vergangenen Jahr gestartet haben. Schön zu sehen, dass auch Berlin erkannt hat, welche Schlüsselrolle Düsseldorf bei der Entwicklung vernetzter Mobilität übernehmen kann."

Die zugehörige Bewilligung ist durch Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt am Donnerstag, 20. Juli 2017, bekannt gegeben worden. Das Projekt "KoMoD" hat eine Laufzeit von 25 Monaten bis Juni 2019 und startet direkt. 

Verkehrsdezernentin Cornelia Zuschke: "Ich freue mich sehr über die Förderzusage für das beispielhafte Projekt in Düsseldorf. Die Landeshauptstadt nimmt in dem Projekt die Konsortialführerschaft wahr."

Beteiligt sind zwölf Partner mit Versuchsträgern und Systemherstellern für Fahrzeugkomponenten und Verkehrstechnik sowie Telekommunikationsunternehmen. Forschungseinrichtungen sind mit der RWTH Aachen, dem Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der Fachhochschule Potsdam beteiligt.

Das Gesamtprojektvolumen beläuft sich auf 14.846.832 Euro. Ziel ist es, verschiedene Funktionen des vernetzten und automatisierten Fahrens auf einem Testfeld von Straßen.NRW, der Stadt Düsseldorf und auf privatem Gelände zu erproben. Das Düsseldorfer Testfeld erstreckt sich von der A57 über die A52, Brüsseler Straße (B7), Heerdter Dreieck, Vodafone Campus, Rheinalleetunnel und über die Rheinkniebrücke in Straßenbereiche der Friedrichstadt.

Das Projekt ist so angelegt, dass die eingesetzten Versuchsfahrzeuge vorgegebene Aufgaben der Vernetzung und automatisierter Fahrvorgänge austesten sollen. Beispielsweise werden den Fahrzeugen in Abhängigkeit von den Verkehrssituationen Routen, die sonst üblicherweise auf dynamischen Anzeigetafeln und Parkleitschildern angezeigt werden, digital ins Navigationsgerät übermittelt. Die Vorgaben zur Höchstgeschwindigkeit, die ansonsten von Schildern, Verkehrsbeeinflussungsanlagen oder aus der Tunnelsignalisierung vorgegeben werden, sind in die Längssteuerung von Fahrzeugen übersetzt. Notfallereignisse werden von den Fahrzeugen an die Steuerungszentrale des Tunnels übertragen, die automatisiert durch geänderte Verkehrsregelung reagiert und Alarm auslöst. Die Fahrzeuglängssteuerung wird durch verbesserte Ampelprognosen beeinflusst. Für Fahrzeuge der Rheinbahn werden neue Beschleunigungsverfahren und Kommunikationswege zur Ampelanlage erprobt.

Grundlage der Fahrzeugführung ist eine hochgenaue digitale Karte, die durch das Zentrum für Luft- und Raumfahrt den neuen Anforderungen entsprechend bereitgestellt wird. Auch für die Ampelanlagen wird durch das Amt für Verkehrsmanagement eine digitale Karte der Fahrrouten in den Kreuzungen bereitgestellt und elektronisch an die Fahrzeuge übermittelt. Vodafone bringt sich mit eigenen Anwendungen auf dem Campus ein und sorgt für eine durchgängige und zuverlässige Kommunikation, welches eine wesentliche Voraussetzung für automatisiertes Fahren darstellt.

Weitere Informationen zu diesem und anderen aktuell bewilligten Projekten zum automatisierten Fahren können beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur eingesehen werden unter: www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Pressemitteilungen/2017/102-dobrindt-22-millionen-euro-fuer-forschungsprojekte-zum-automatisierten-fahren.html

(Text: Quelle LHD)